Finanzen & Geld

Im internationalen Vergleich schneiden die Deutschen beim Wissen über Finanzen und wirtschaftliche Zusammenhänge schlecht ab. Schuld daran wird häufig den Schulen gegeben, doch hat die Beschäftigung mit Geldthemen seit jeher einen eher schlechten Ruf. Zu Unrecht - denn gilt es doch, in unsicheren Zeiten seine Ausgaben zu minimieren, seine Sicherheiten zu erhöhen und, wenn möglich, ein finanzielles Polster zu schaffen, das es einem ermöglicht, ohne Geldsorgen in die Zukunft zu blicken.

Jeder Erwachsene sollte ein Girokonto besitzen, weil dies die Grundlage für die Teilnahme am Zahlungsverkehr, für Überweisungen, Rechnungen, Abbuchungen und Gehaltszahlungen ist. Ach Personen mit negativem Schufa-Eintrag haben ein Recht auf ein solches Konto; der Vergleich bei verschiedenen Banken lohnt sich allerdings, da Girokonten zu sehr unterschiedlichen Gebühren angeboten werden. Wer in Finanzdingen unsicher ist, sollte die Einrichtung eines Dispositionskredits durch die Bank ablehnen, denn hier lockt eine Schuldenfalle. Um trotzdem auch im Urlaub verschiedene Zahlungswege nutzen zu können, kann eine Prepaid-Kreditkarte sinnvoll sein, die man gegen eine geringe Jahresgebühr erwirbt und die sich nur mit zuvor eingezahlten Summen belasten lässt.

Wer Geld ansparen will, sollte unbedingt mit seiner Bank sprechen, um für die jeweiligen Möglichkeiten (verschieden große Summen in unterschiedlichen Abständen, regelmäßige Summen) und Wünsche (tägliche Verfügbarkeit des Betrages, Festgeld mit kurzen bis langen Laufzeiten) das passende Modell zu finden. Der Aktienmarkt ist etwas für Profis und solche, die Profis für sich arbeiten lassen können. Geld, das später unbedingt benötigt wird, sollte nicht in Aktien investiert werden. Das von den Banken derzeit stark und mit günstigen Konditionen beworbene Fondssparen und Tagesgeld kann eine gute Alternative sein, doch hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass auch hier Geld nicht hundertprozentig sicher ist. Sicher geht, wer sich für Bundeswertpapiere entscheidet (die bis vor Kurzem wegen ihrer beschränkten Rendite wenig attraktiv schienen) oder wer per Riester- oder Betriebsrente ein Vermögen aufbauen will. Doch selbst hier gibt es sehr verschiedene Vertragsbedingungen; es lohnt sich allemal zu vergleichen, wie viel Gebühren die einzelnen Modelle verschlingen.

Die ab 2009 geltende Abgeltungssteuer lässt sich mit manchen Finanzmodellen (weitgegehnd) umschiffen; hier lohnt ein Gespräch mit einem Finanz- oder seinem Steuerberater. Ohnehin gilt es, die Steuererklärung sorgfältig zu erstellen oder einen Profi damit zu beauftragen - die deutsche Steuergesetzgebung ist höchst undurchsichtig, und einem Laien gelingt es praktisch nie, sämtliche Einsparpotenziale tatsächlich auszuschöpfen. Eine gute Alternative zum Steuerberater kann die Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein sein. Wer sich bei einem Finanzangebot nicht sicher ist oder das Gefühl hat, nicht gut beraten worden zu sein, sollte unbedingt Rat bei einer Verbraucherzentrale suchen. Diese vermittelt bei Bedarf auch die nötigen Kontakte.

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